Es ist mal wieder soweit, ich denke über meine Ausbildung nach.
Oder über das, was eine Ausbildung sein sollte. Ich lerne in dem Betrieb DD, eine zahntechnische Werkstatt.
Ich kann mich noch genau erinnern, als ich dort war zum Einstellungstest und zum Gespräch. Der Chef Herr D. und der Meister Herr C. waren nette Menschen aus dem Westen. An dieser Stelle möchte ich jedoch erwähnen dass ich grundsätzlich ohne Vorurteile an Menschen herangehe. Beide wirkten seriös, freundlich, zuvorkommend und nett.
Die ersten drei Monate - was die Probezeit betraf - war auch alles wunderbar. Die Menschen dort waren und sind auch heute sehr freundliche und liebenswerte Menschen. Am Anfang der Ausbildung hatte ich noch nichts mit meinem Lehrausbilder - Meister Herr C. - zu tun. Ich war in einer Abteilung in der mir ein anderer Mitarbeiter alles zeigte und erklärte. Trotzdem bekam ich mit, das Herr C. scheinbar ein Choleriker ist. Offiziell hat das natürlich keiner bestätigt, doch inoffiziell sind da alle der gleichen Meinung.
Dann begann die Veränderung...
Bei jeder Gelegenheit wurde ich "runtergeputzt".
Es ist in der Firma üblich, wie in jeder anderen auch, dass die Azubis zum Frühstück den Kaffe kochen. Ich hatte bis dahin noch niemals Kaffe gekocht, ich trinke ja auch keinen. Also hab ich das so gemacht wie dachte dass es richtig wäre. Das Zeug war schwarz und ich war zufrieden.
Ich kann nicht mehr sagen, ob der Kaffee zu stark oder zu schwach war, auf jedenfall hatte man sich beschwert. Natürlich auf lustige und freundliche Art und mir wurde gesagt, wie ich den Kaffee in Zukunft zubereiten solle. Nur Herr C. sagte:
"Ach, noch nicht mal Kaffe kochen können Sie?"
Damit fing es an. Das hat mich zwar natürlich nicht gestört, aber es war definitiv ein Seitenhieb. Das steigerte sich dann natürlich. Jede Arbeit die ich machte war scheiße, nichts konnte ich richtig machen.
Und so blieb es bis heute. 2 1/2 Jahre später.
Ich werde schikaniert und runtergemacht von Herrn C.
Mir wird ständig gesagt wie dumm ich sei, dass ich nichts hinbekommen würde. Mir wird gedroht:
"Wenn Sie hier was abbrechen, erschlag ich Sie!"
Ich weiß zwar, dass er das natürlich nicht wirklich macht. Aber das ist doch keine Art! Normalerweiße bin ich nicht auf den Mund gefallen (eigentlich so überhaupt gar nicht).
Aber Herr C. ist... ich weiß auch nicht was. Ich weiß nur, dass ich Angst vor ihm habe.
Nicht, dass noch nichts unternommen wurde dagegen, wenigstens Versuche waren schon da. Zwei Mitarbeiter haben mit ihm gesprochen, ich habe mit ihm gesprochen, mein Vater war sogar da um mit ihm und meinen Chef Herrn D. zu sprechen, nachdem ich zu Hause in Tränen ausgebrochen bin.
Nach solchen Gesprächen ging es immerwieder für ein paar Wochen. Man hatte gemerkt, dass er wenigstens versucht hat mich normal zu behandeln. Das hat allerdings keinen langanhaltenden Erfolg.
Im Gegenteil. Jetzt wird mir von Herrn D. immer vorgehalten, dass es eine dumme Idee war, meinen Vater einzuschalten. Dass es die ganze Sache wohl eher verschlimmerte. Er bat mich, bei dem nächsten Vorfall zu erst mit ihm zu sprechen, bevor ich irgendetwas täte.
Und ich habe gehorcht.
Es war genau vor 9 Wochen. Es wäre jetzt sinnlos zu erklären, um was für eine Arbeit es sich handelte. Dafür wissen sicherlich zu wenige bescheit.
Jedenfalls wurde mir erneut gesagt dass ich zu allem zu dumm sei. Es war allerdings eine Sache, die ich zum ersten Male hergestellt habe. Die Kollegin und Freundin die mir half war soweit zufrieden. Nicht perfekt aber okay. Meiner Meinung nach kann man das auch erwarten. Ich habe einen falschen Kunststoff verwendet, was mir allerdings unbekannt und worauf ich ebenso nicht aufmerksam gemacht worden war. Als ich mich wieder hab "vollsauen" lassen stand für mich eines fest.:
So kann es nicht weiter gehen!!
Also bin ich zu Herr D. gegangen. Nachdem ich ihm alles geschildert hatte, erhielt ich folgende zusammengefasste Antwort:
"Das ist nicht mein Problem. Ich werde nicht mit ihm sprechen, das müssen Sie selber klären. Von mir dürfen Sie keine Hilfe erwarten!"
Und nun? Soll ich etwa zu meinem Vorgesetzten gehen und sagen: "So dürfen Sie mich nicht behandeln? Seien Sie gefälligst etwas netter zu mir!!
Ja, ne, is klar.
Ich weiß, dass mein Arbeiten nicht so schlecht sind, wie sie hingestellt werden. Das bestätigen mir zum einen meine Kollegen. Zum Anderen war ich bei Freunden der Familie, die auch ein kleines Labor haben um dort eine der umstrittenen Arbeiten zu machen. Sie waren zufrieden, hätten nur Dinge geändert, weil es Ihnen so besser gefallen würde. Aber subjektive Meinungen gibt es bei jeder Arbeit.
Also gut. Wenn mir keiner helfen kann - oder will - dann muss ich eben gehen. Das wurde mir auch schon angeboten:
"Wenn Sie wechseln möchte, sagen Sie es!"
Okay, das werde ich. Was ich natürlich nicht gesagt, sondern nur gedacht habe. Eigentlich bin ich kein Mensch der aufgibt. Es gibt aber Dinge, die sind es einfach nicht wert sich zu quälen. Oder sind andersrum zu wertvoll. Was bringt es mir dreieinhalb Jahre zu lernen, wenn ich die Prüfungen nicht schaffe...
Jetzt sitze ich hier, bin seit nun mehr 6 Wochen krank, weil ich am Knie operiert werden musste, und telefoniere herum, welches Labor mich nun aufnehmen würde...
Vier Labore habe ich gefragt, vier haben abgesagt. Wegen finanziellen Aspekten, zu wenig Platz und Arbeit.
Ich kann nur weiter telefonieren und Gesprächseinladungen folgen und hoffen, dass mich ein Labor bei sich aufnimmt...
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